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und eine Beschreibung
der Hypnosetherapie
finden Sie unter www.gabrielemoser.at.

Fachkolumne





Reizdarm, Reizmagen

Funktionelle Gastrointestinale Störungen wie das Reizdarmsyndrom oder der Reizmagen kommen weltweit in ca. 20% der Bevölkerung vor, wobei ca. 50% der Betroffenen deswegen ärztliche Hilfe sucht.

Frauen sind häufiger betroffen. Ein Reizdarmsyndrom ist wahrscheinlich, wenn chronischer Bauchschmerz (immer wiederkehrend oder dauernd) besteht und dieser oft nach Nahrungsaufnahme auftritt oder sich verstärkt. Meist vermindert oder löst sich dieser mit der Stuhlentleerung. Häufig kommt es auch zu Durchfällen, Verstopfung, oder beides abwechselnd. Die Betroffenen leiden meistens auch unter Blähungen, Völlegefühl und haben nicht selten auch das Gefühl der unvollständigen Entleerung.

PatientInnen mit Reizdarmsyndrom oder Reizmagen haben eine Überreaktion der Verdauungsorgane auf normale Reize wie Nahrung oder Stress. Es entwickelt sich eine Überempfindlichkeit der Verdauungsorgane (viszerale Hypersensitivität) mit Schmerzen. Mehr als die Hälfte der Betroffenen leidet auch unter psychischen Problemen mit belastenden Lebensereignissen, Stress oder Angst, Depression und Zwangsvorstellungen.

Eine Therapie, die all diesen Erkenntnissen gerecht werden will, muss daher einerseits die körperlichen Störungen mit einer symptomorientierten (medikamentösen) Behandlung und andererseits das psychische Leiden berücksichtigen. Wichtig für alle Betroffenen ist es, die individuelle Situation zu analysieren und die Auslösefaktoren zu finden. Das bedeutet, dass auch eine psychosomatische Betreuung angeboten und in Anspruch genommen werden sollte, insbesondere wenn bisherige medikamentöse Behandlungen wenig Erfolg zeigten.

Eine integrierte psychosomatische Betreuung kann vor allem eine Besserung der Lebensqualität und die Verminderung der Beschwerden erreichen. Für PatientInnen mit chronischen und kaum beeinflussbaren Schmerzen haben auch Antidepressiva zur Änderung der Schmerzschwelle einen guten Erfolg gezeigt.

In vielen Studien haben sich Verhaltenstherapie, psychodynamische (interpersonelle) Therapie, Hypnose, Entspannungsmethoden oder eine Kombination dieser Techniken bewährt. In den meisten Studien wurde Psychotherapie mit "herkömmlichen" (medikamentösen) Behandlungen verglichen und dabei zeigte die Psychotherapie einen besseren Erfolg.

Eine spezifisch auf den Bauch ("gut-directed") gerichtete Hypnose wurde zur Behandlung von Reizdarmsyndrom oder funktionellen Oberbauchbeschwerden entwickelt. Mit nur 12 Sitzungen zu je einer Stunde einmal wöchentlich (über ca. drei Monate) gilt diese als eine der erfolgreichsten Kurztherapien mit Langzeiterfolg.

Univ. Prof. Dr. Gabriele Moser